Das Remida-Heft


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Matt und glänzend, schmal und breit, am laufenden Meter!

In Hamburgs wundersamer riesiger »Restekiste«, der Remida, herrscht Goldgräberstimmung. Firmen aus der Umgebung überlassen ihre sauberen ungiftigen Reste aus der Produktion: Zum Beispiel Folienstreifen, Papierabschnitte, Stanzbleche, Papprollen, Musterbücher mit Bodenbelägen, Stoffen und Fliesen, Rohrabschnitte, Verpackungen, Tauenden, Flaschen, Verschlüsse und viele andere Dinge, die für den Müll-Container oder das konventionelle Recycling viel zu schade sind. In der Remida werden sie anregend präsentiert. Bildungseinrichtungen wie Kitas oder Schulen und Kultur-und Kunstprojekte finden hier wunderbare Materialien für Spiel- und Lernvergnügen im Gemeinwesen.

Die einfache und faszinierende Grundidee, so die Autorin und Begründerin der Hamburger Remida, Susanne Günsch, kommt aus Reggio Emilia und ist ohne das gute Zusammenspiel der beteiligten Kräfte nicht denkbar. Wissen und Ressourcen miteinander zu teilen, ein Bewusstsein für die Umwelt nachhaltig zu entwickeln – dies ist der Nährboden, um die Remida vor Ort zu erfinden. Inzwischen gibt es ein weltweites Netzwerk.

Das neue Betrifft KINDER extra-Heft von Susanne Günsch gibt in Bild und Wort, Einblicke in die Weite und Tiefe der Remida-Welt.

Wie kommt man eigentlich darauf, eine Remida zu gründen? Das werde ich oft gefragt. Die Antwort ergibt sich aus meiner persönlichen und beruflichen Biografie. Als junge Erzieherin sah ich 1988 die Ausstellung »Die hundert Sprachen der Kinder aus Reggio« in der Hamburger Markthalle. Seitdem hat mich diese Bildungs- und Erziehungsphilosophie nie wieder losgelassen. Im Studium und später als Kita-Leiterin setzte ich mich weiter mit den Grundprinzipien der Reggio-Pädagogik auseinander, beschäftigte mich später mit Sozialmarketing und absolvierte schließlich eine Fundraising-Ausbildung.

Als mir eine Kollegin, die von einer Studienreise nach Reggio Emilia zurückgekehrt war, von der Remida erzählte, war ich fasziniert – hatte ich doch als Kind am Werktisch meines Vaters immer wieder die Reste-Schublade aufgezogen und viele brauchbare Dinge gefunden. Mir war sofort klar: Eine Remida ist eine riesige Restekiste. Und: So etwas brauchen wir in Hamburg auch.

Allerdings hatte ich mir die Sache leichter vorgestellt: Die Firmen würden froh sein, dachte ich, wenn jemand ihren Abfall haben will, und Kita-Teams würden Schlange stehen, um diese Dinge abzuholen…

Seit fünf Jahren gibt es die Remida nun, und all meine Kompetenzen, die man auf die Gleichung »Reggiopädagogik + Fundraising = Remida« bringen könnte, halfen mir, die richtigen Baustellen zu beackern und die Remida-Entwicklung voranzutreiben. Eine gute Portion Glück gehörte auch dazu. Gleich zu Beginn kam ich auf die Idee, ein Remida-Heft zu schreiben. Doch für so ein Heft braucht man Geschichten, Eindrücke, Fotos und vor allem Zeit, denn all das muss sich erst ansammeln. Nun ist es vollbracht.

Das Remida-Heft soll Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, Einblicke in die Weite und Tiefe der Remida-Welt liefern – entstanden in Reggio Emilia und auch in Hamburg und anderen europäischen Städten präsent.

Viel Vergnügen mit Bild und Text wünscht
Susanne Günsch

Susanne Günsch
Das Remida-Heft
32 Seiten, mit vielen farbigen Fotos, Poster
ISBN 978-3-86892-104-5

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